Mittwoch 24. September 2014

Toleranz-Preis

Der im Jahr 2000 erstmals verliehene Toleranz-Preis der Evangelische Akademie Tutzing dient dem Gedanken, "mit Toleranz der anderen Kultur, Religion oder Weltanschauung zu begegnen, um dadurch politischen, kulturellen und religiösen Fundamentalismen entgegenzuwirken und ein internationales Klima für Vertrauen zu schaffen."

In zweijährigem Turnus wird der Toleranz-Preis an Persönlichkeiten überreicht, die den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen maßgeblich fördern und vorantreiben.

Bisher wurden mit dem Toleranzpreis ausgezeichnet:

 


2012: Der Musiker Peter Maffay
(Laudator: Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments)


Der in Tutzing lebende Musiker Peter Maffay ist im Juni 2012 für sein Lebenswerk mit dem Toleranzpreis geehrt worden. Die Akademie verlieh ihm die Auszeichnung für sein gesellschaftliches Engagement für traumatisierte Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Peter Maffay sei ein überzeugender Botschafter der Toleranz und ein glaubwürdiges Vorbild gelebter Solidarität, zitierte Akademiedirektor Udo Hahn aus der Jury-Begründung.

Erstmals verlieh die Akademie auch einen Preis zur Förderung der Zivilcourage. Die Auszeichnung, die stellvertretend der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm entgegennahm, ging an das Bayerische Bündnis für Toleranz, in dem mehr als 30 Organisationen aus Gesellschaft und Politik zusammengeschlossen sind, um sich für mehr Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Intoleranz einzusetzen. 

 


Akademiedirektor Friedemann Greiner (re.) überreichte den Toleranzpreis in Berlin.


2010:
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
(Laudator: Mustafa Ceric, Großmufti von Bosnien-Herzegowina)

Wolfgang Schäuble hat im Oktober 2006 die Deutsche Islamkonferenz ins Leben gerufen. Sie darf als Meilenstein gelten im Bemühen um eine nachhaltige Integrationspolitik, verbunden mit dem Ziel, den Zusammenhalt einer demokratisch-pluralen Gesellschaft zu vertiefen. Mit der Gründung der Islamkonferenz ist ein Forum geschaffen, in dem der Staat erstmals offiziell mit Muslimen in einen Dialog eintritt.

Mit der Initiative zu einer Islamkonferenz, so die Begründung der Jury, hat Wolfgang Schäuble maßgeblich dazu beigetragen, das Verhältnis zwischen Staat und Muslimen auf eine tragfähige Grundlage zu stellen und einen offenen Diskussionsprozess anzustoßen, der für die Werte der eigenen Gesellschaft wirbt und zugleich offen ist für das Fremde.

 



2008: Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi
(Laudator: Professor Dr. Udo Steinbach, Direktor des Deutschen Orient-Instituts)

Die iranische Juristin, Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi wurde mit dem Toleranzpreis geehrt für ihr mutiges Eintreten für die Menschenrechte im Iran, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und für die gegenseitige Anerkennung der Religionen. Die Jury würdigte damit "eine Iranerin, die ihren Kulturkreis immer wieder überschreitet und anderen kulturellen und religiösen Traditionen mit Wertschätzung begegnet und gleichzeitig eine Teheraner Anwältin, die Regimekritiker und Dissidenten im eigenen Land verteidigt, trotz langjährigen Berufsverbotes, trotz erfahrener Verhaftung und immer wiederkehrender existenzieller Bedrohung."



2006: Seine Hoheit, Prinz Karim Aga Khan IV.
(Laudator: Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier)

Für sein herausragendes soziales und entwicklungspolitisches Engagement in allen Teilen der Welt, mit dem er die Lebenschancen der Schwächsten zu verbessern sucht, wurde seine Hoheit, Der Aga Khan, mit dem Toleranz-Preis ausgezeichnet. Die Jury urteilte: "Das mit der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung befasste Aga Khan Development-Network schlägt eine Brücke zwischen Glauben und Gesellschaft. Es ist in über zwanzig Ländern und vier Kontinenten engagiert ... Der Aga Khan tritt ein für eine Kultur der Toleranz, die sich durch eine pluralistische Sicht der Welt definiert. Er ist überzeugt davon, dass Pluralismus und der Respekt vor der Vielfalt der Kulturen, der Völker und der Religionen eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherung des Weltfriedens ist."



2004: Bestseller-Autor Henning Mankell
(Laudator: Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu)

Der schwedische Bestseller-Autor wurde für sein Engagement in Afrika mit dem Toleranz-Preis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury hieß es: "Sie treten überzeugend dafür ein, den eigenen Weg Afrikas anzuerkennen, notwendige Fragen nicht mit fertigen europäischen Antworten zu ersticken, sondern das Leben, die Lebensweisen der Afrikaner zu erfahren und davon zu lernen ... Mit ihrer Arbeit als Autor, Regisseur und Intendant bauen Sie an diesem Weg mit und setzen für den Dialog zwischen europäischer und afrikanischer Identität ein öffentliches und unübersehbares Zeichen."



2002: Star-Dirigent und Pianist Daniel Barenboim
(Laudator: Bundesaußenminister Joschka Fischer)

Daniel Barenboim wurde für sein Engagement in der Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern mit dem Toleranz-Preis ausgezeichnet. Anfang September 2002 hatte er in Berlin ein israelisch-arabisches Jugendorchester gegründet mit der Begründung: "Als Musiker und Kulturschaffende können wir nicht warten, bis sich die Politiker einigen - wir müssen selber aktiv werden. Dieses Orchester wird nicht den Nahost-Konflikt lösen, aber das gemeinsame Musizieren hat unser aller Leben verändert."



2000: Bundespräsident a.D. Professor Dr. Roman Herzog
(Laudator: Seine Königliche Hoheit Prinz Hassan von Jordanien)

Im Rahmen seiner Präsidentschaft trat Bundespräsident Roman Herzog in international viel beachteten Reden und Projekten für die Unverzichtbarkeit eines interkulturellen und interreligiösen Dialogs ein. Dank seiner Initiative gelang es, gemeinsam mit anderen Staatsoberhäuptern aus westlichen und islamischen Ländern, die Schirmherrschaft über Forschungsarbeiten zum Dialog der Kulturen zu übernehmen. Die Akademie würdigte dieses Engagement mit der Vergabe ihres Toleranz-Preises.

Bildergalerien:



Kammerkonzerte mit dem BR

In der kommenden Saison 2014/2015 werden im Musiksaal von Schloss Tutzing wieder die Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Kammermusik zu erleben sein. Die Konzerte finden jeweils sonntags um 18.00 Uhr statt.

Nähere Einzelheiten erfahren Sie hier



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Vorschau:

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6. - 7. Oktober 2014

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10. - 12. Oktober 2014

Lebenserfahrung weitergeben und mit einer namhaften Persönlichkeit ein Wochenende verbringen. Ein Veranstaltungsformat für maximal 16 Personen. Die Journalistin Dietlind Klemm moderiert die Begegnung mit Bundestagspräsident a.D. Dr. h.c. Wolfgang Thierse.



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10. - 11. Oktober 2014

Postwachstum fordert radikal neues Denken über unseren Wohlstand. Intakte Natur, globale Gerechtigkeit, Gemeinnutzen und Zeitwohlstand als neue Indikatoren?
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Neben den Kammerkonzerten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks finden in der Evangelischen Akademie Tutzing auch Konzerte der Tutzinger Brahmstage sowie der Musikfreunde Tutzing e.V. statt.