Donnerstag 18. Januar 2018

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Nationalsozialismus und Biografie



20. - 22.6.2013

„WIE KONNTE ES DAZU KOMMEN?“

Diese Frage, die uns in Bezug auf den Nationalsozialismus umtreibt, kann nur durch eine Annäherung an die damals handelnden Menschen Antworten finden.

Während viele sich auf familienbiografische Suche machen und auch Fernsehproduktionen das Bedürfnis nach dieser Annäherung erfolgreich bedienen (zuletzt „Unsere Mütter, unsere Väter“ im ZDF), wollen wir das Erkenntnispotential der wissenschaftlich-biografischen Methode,  und insbesondere der Täterforschung, aufzeigen. Wie prägten Familie, Milieu und Sozialisationsinstanzen den einzelnen und die Gruppe? Wie agierten kleine und große Handlungsträger innerhalb der Strukturen, die das Regime schuf; welche Rolle spielte ihre Selbstmobilisierung? Welche katalytischen Funktionen hatte der Krieg, um die Schranken zu Gewalt und Verbrechen einzureißen? Wie „überstanden“ Täter das Ende des Regimes; welche Kontinuitäten und Brüche prägten ihre Lebenswege nach 1945?

Die Tagung diskutiert diese Fragen sowohl an exemplarischen Einzelbiografien wie der des Anstaltsleiters und Euthanasie-Verbrechers Valentin Faltlhauser als auch an gruppenbiografischen Skizzen, zum Beispiel der „Alten Kämpferinnen“. Bezugspunkt ist das Münchner bzw. bayerische Umfeld, das im Hinblick auf das entstehende NS-Dokumentationszentrum in München von besonderem Interesse ist. Daneben treten Erfahrungen breiter Bevölkerungsgruppen in den Blick, etwa in der Jugendbewegung und im Krieg. Besonderes Augenmerk gilt den Soldaten, ihren Erlebens- und Handlungsräumen an den Kriegsfronten. Der biografische Zugriff macht lange zeitliche Linien von Kaiserreich und Weimarer Republik über das Dritte Reich bis in die frühe Bundesrepublik möglich. Differenzierungen nach Generation, Geschlecht und Milieu bzw. Sozialisation werden deutlich.

Herzliche Einladung zu einer schwierigen Annäherung in die Evangelische Akademie Tutzing!

Dr. Ulrike Haerendel, Stellv. Direktorin, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor, NS-Dokumentationszentrum München

 

 

 

Bildergalerien:



Kammerkonzerte mit dem BR

In der kommenden Saison 2015/2016 werden im Musiksaal von Schloss Tutzing wieder die Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Kammermusik zu erleben sein. Die Konzerte finden jeweils sonntags um 18.00 Uhr statt.

Nähere Einzelheiten erfahren Sie hier



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Videos und Audios

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Tagung in Tutzing.
 
 
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Ingmar Bergman – weltberühmter Filmemacher, Theaterregisseur und Autor, Enfant terrible des skandinavischen Kinos und Faszinosum gleichermaßen. Zum 100. Geburtstag des Künstlers betrachten wir Leben, Werk und Aktualität.
 
 
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Neben den Kammerkonzerten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks finden in der Evangelischen Akademie Tutzing auch Konzerte der Tutzinger Brahmstage sowie der Musikfreunde Tutzing e.V. statt.