Monday 21. April 2014

Aktuelles

"Geschichts- und Erinnerungsorte" - Tagung in Tutzing

Engagierter Streiter gegen das "Gras wachsen lassen": der Künstler Wolfram P. Kastner.
Als "Kind Nr. 5580" verließ Hedy Deutschland und ihr Elternhaus mit einem Kindertransport.
Engagierter Streiter gegen das "Gras wachsen lassen": der Künstler Wolfram P. Kastner.


"Geschichts- und Erinnerungsorte" standen im Mittelpunkt einer Tagung, die die Akademie zusammen mit der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, dem Institut für Neuere Geschichte der Universität Trier und dem Geschichtsforum Pullach Anfang April veranstaltete. Pullach bzw. die dort an der historischen Aufarbeitung Interessierten hatten den Anstoß zur Tagung gegeben: Mit dem BND-Gelände, dessen Zukunft auch noch ungewiss ist, gibt es dort einen in hohem Maße von der Vergangenheit belasteten Ort, denn hier wurde im Dritten Reich eine Siedlung für die örtliche Parteiprominenz errichtet. Bauherr und prominentester Bewohner war der "Sekretär Hitlers", Martin Bormann, und als die amerikanischen Streitkräfte das Gelände 1945 in Beschlag nahmen, sprachen sie nur von der Bormann-Siedlung. So berichtete es bei der Tagung Hedy Epstein: Als Kind hatte sie 1939 Deutschland in einem Kindertransport nach England verlassen, während ihre Eltern deportiert und ermordet wurden. Nach dem Krieg war sie für ein Jahr bei der US Civil Censorship Division tätig und wohnte in dieser Zeit in der Pullacher Siedlung. Ihr eindrucksvoller Zeitzeugenbericht ergänzte die beiden Referate von Susanne Meinl (NS-Zeit) und Bodo Hechelhammer (Bundesrepublik) zu Pullach, war aber darüber hinaus ein berührender Einblick in das Leben einer verfolgten und emigrierten Jüdin, der keinen im Tagungssaal kalt ließ.

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Ehepaar Dr. Helmut und Getraud Hülsmann erhält aus den Händen von Herrn Dr. Lachmann das Freundeskreiszeichen des Freundeskreises des Evangelischen Akademie Tutzing e.V. Das amtierende Leitungsteam des Weidener Freundeskreises (v.l.): Karin Holl, Dr. Helmut Hülsmann, Getraud Hülsmann, Dr. Ehrenfried Lachmann


Vor 25 Jahren gründeten Dr. Helmut Hülsmann und seine Ehefrau Gertraud zusammen mit dem damaligen Dekan Rudolf Zeller den Weidener Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing. Ziel war, in Weiden ein Forum entstehen zu lassen, in dem in Vorträgen und Diskussionen die Grundlagen unserer Gesellschaft und Kultur in vielfältiger Form zu Wort kommen sollten. Die Vorträge sollten der Orientierung dienen und Impulse für Leben und Handeln vermitteln durch Aufgreifen zeitnaher und allgemeinbildender Themen.

Inzwischen nimmt der Weidener Freundeskreis der Evangelischen Akademie Tutzing einen festen und stark beachteten Platz in der Erwachsenenbildung der Stadt Weiden ein. Bis 2008 leitete das Ehepaar Hülsmann den Freundeskreis allein und kümmerte sich um alles, um die Organisation, Finanzierung, Moderation bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit. Seit Mitte 2009 erfahren sie Unterstützung durch Dr. Ehrenfried Lachmann und Karin Holl. Als selbstverständlich erachtete es daher der Vorstand des Freundeskreises, die langjährige und äußerst engagierte Arbeit des Ehepaares Hülsmann zu ehren. Im Namen und mit einem Dankschreiben des 1. Vorsitzenden, Prof. Dr. Hans-Joachim König, überreichte Dr. Lachmann am 25.03.2014 ihnen das „Freundeskreiszeichen“, das Personen verliehen wird, die sich um den Freundeskreis besonders verdient gemacht haben.

Im Rahmen der Verleihung erinnerte Frau Hülsmann an die „äußerst anregende Tätigkeit“ und die „interessanten Begegnungen“ und Dr. Hülsmann hat trotz seiner 88 Jahre auch für das Jahr 2014 noch viel vor und wird die Termine für den Freundeskreis wahrnehmen.


In der Nachkriegszeit und der jungen Bundesrepublik galten die Bekennende Kirche und ihre wichtigsten Exponenten wegen ihrer Proteste und der durch den NS-Staat erlittenen Verfolgung als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Dieses Bild hat sich geändert. Die frühere Beurteilung ist der bitteren Erkenntnis gewichen, dass es auch in der Bekennenden Kirche nur Einzelne waren, die die Herausforderungen des NS-Unrechtsstaates klar erkannten und ihre Stimme gegen die Verbrechen des Regimes erhoben.

Licht ins Dunkel bringt die Tagung: Bekennende Kirche und Unrechtsstaat, vom 25. bis 27. April 2014.

Nähere Informationen erhalten Sie hier.  

Ihre Anfragen beantwortet: Rita Niedermaier, Tel.: 08158 / 251-128, FAX: 08158 / 99 64 28 E-Mail: niedermaier@ev-akademie-tutzing.de









Akademiedirektor Udo Hahn (li.) im Gespräch mit BR-Moderator Andreas Bönte

Mit einer Trambahn fährt BR-Moderator Andreas Bönte durch das nächtliche München. Sein Gast: Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing.

In einem halbstündigen Gespräch lässt der Fernsehmoderator Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Religion aus ihrem Leben erzählen. In der Wahl seiner Fragen setzt Andreas Bönte eine sehr persönliche, offene Gesprächskultur fort, die zuvor unter dem Titel „BR-Forum“ ausgestrahlt wurde.

Das Gespräch mit Akademiedirektor Udo Hahn sendete das Bayerische Fernsehen am

   Montag, 14. April 2014, 23.00 Uhr.

Der Beitrag ist in der Öffnet externen Link in neuem FensterMediathek des BR abrufbar.


Kirche und Kunst haben mehr gemeinsam als nur den ersten Buchstaben. Kunst ist vielmehr eine wesentliche Ausdrucksform für Religion, menschheitsgeschichtlich sogar aus dieser entstanden. Zum Selbstverständnis zeitgenössischer Kunst allerdings stehen das tradierte künstlerische Erbe der Kirchen und vor allem deren alltägliche Praxis doch in einiger Spannung.

Dem konfliktreichen und zugleich hochinteressanten Verhältnis von Kunst und Kirche widmen sich die Evangelische Akademie Tutzing und die Katholische Akademie Bayern in einer gemeinsamen Tagung in Tutzing. Sie gehen am 9. und 10. Mai 2014 der Frage nach: „Muss die Kirche ästhetisch sein?“Das genaue Programm erhalten Sie hier.

Anmeldung bei: Isabelle Holzmann, Telefon: 08158 251-121, Telefax: 08158 251-110 Email: holzmann@ev-akademie-tutzing.de

 

 

 

 

 


 

Ob Finanz-Krise, Euro-Rettungsschirme oder ökologische Katastrophen und militärische Auseinandersetzungen: Von den gegenwärtigen Krisen sind alle Menschen betroffen, insbesondere jedoch auch die Institutionen. Allerdings kommen in Krisen ebenfalls die Kerneigenschaften von Institutionen und Ordnungen in den Blick, die in einer rein an Effizienz orientierten Perspektive im Hintergrund bleiben. In einer volatilen Welt sind Institutionen insbesondere dann nützlich, wenn sie robust und anpassungsfähig sind und zur Widerstandsfähigkeit des Gesamtsystems beitragen.

 

In dem von Martin Held, Gisela Kubon-Gilke und Richard Sturn herausgegebenen Band:

 

Normative und institutionelle Grundfragen der Ökonomik.

Unsere Institutionen in Zeiten der Krise

 

liefern namhafte Autoren in 12 Aufsätzen Bausteine für eine Institutionenökonomik, die Stabilisierung und Resilienz als wichtige institutionelle Funktionen ernst nimmt und zu anderen Funktionen in Beziehung setzt.

 

Der vorliegende Band kann zu einem Preis von 34,80 Euro über die Akademie bezogen werden. Email: baumert@ev-akademie-tutzing.de

 


Der Akademie sehr verbunden: der Schriftsteller, Autor und Radiosprecher Gert Heidenreich

Gedankenverloren sitzt er vor dem alten rustikalen Haus in der Normandie, an dem er fünf Jahre lang gebastelt hatte, bis es bewohnbar war. Er nippt an dem von ihm so sehr geschätzten Rotwein, dazu ein Stückchen Käse. Die Bäume spenden etwas Schatten in der heißen Vormittagssonne, vor der ihn ein Strohhut auf dem Kopfe schützt, wie er später erzählte. Er soll einen Beitrag für die „Tutzinger Blätter“, die kleine Akademiezeitschrift,  schreiben, so hatte der Pressereferent ihn gebeten. Thema: Literatur. Zensur. Verfolgung.

Eigentlich verspürt der vielfach mit Medienpreisen ausgezeichnete Schriftsteller, Autor und Rundfunksprecher, der sich gerade den Freuden seines wohlverdienten Sommerurlaubs hingibt, überhaupt keine Neigung dazu. Doch dann greift er doch zum Stift. Schreibt Zeile um Zeile. Greift gelegentlich zum Rotweinglas und formuliert weiter. Der Artikel für die Akademiezeitschrift soll aufrütteln, soll den Leser im Innersten bewegen. Es soll etwas von bleibendem Wert sein:  „Sire, Geben Sie Gedankenfreiheit!“ - Vermutungen über die Macht des Wortes – so nennt Gert Heidenreich sein opus magnum. Über mehrere Seiten hinweg entwirft er seine philosophischen Betrachtungen über Denkverbote, Schreibverbote, Bücherverbrennungen und die Zensur, um dann abschließend zu der Konklusion zu gelangen: „Dass die Zensoren noch immer gegen alle geschichtliche Erfahrung glauben, sie könnten ein Wort, das einmal in der Welt ist, wieder zurückholen oder die Ideen und die Kunst eines Schriftstellers mit seinem Leben auslöschen, spricht für die sture Dummheit des Zensurgewerbes und seiner vielen brutalen Helfer. Ihnen entgegenzutreten, war und ist eine der Pflichten der Freiheit.“ Die begeisterten Leserzuschriften der „Tutzinger Blätter“ bezeugten – hier hat ein Schriftsteller ein wahres Wort gelassen ausgesprochen.

Seit Jahrzehnten begleitet Gert Heidenreich die Arbeit der Akademie mit großer Aufmerksamkeit. Er spendet Zuspruch und liefert kritische Denkanstöße. Und er ist ein geschätzter Referent.

Wenn Heidenreich in der Rotunde der Akademie spricht, dann lauscht das Publikum. Es ist nicht nur das tiefe Timbre seiner Stimme, das ihn als hervorragenden Sprecher auszeichnet. Vor allem sein Gespür für die Gestaltung literarischer Texte macht ihn zu einem der besten Interpreten für Hörbuchproduktionen. Seit Anfang der 70er Jahre schreibt er erfolgreich Theaterstücke, Hörspiele, Romane, Lyrik und Erzählungen wie "Die Steinesammlerin von Etretat" und – gerade im Droemerverlag erschienen - "Die Andere Heimat". Diese Erzählung ist aus der Zusammenarbeit mit Edgar Reitz entstanden. Der hatte Gert Heidenreich gebeten, mit ihm zusammen das Drehbuch zum gleichnamigen Kinofilm zu schreiben, der zu Jahresbeginn mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Am 30. März 2014 wird Gert Heidenreich 70 Jahre alt. Alles Gute zum Geburtstag!

Axel Schwanebeck

 



Lesen Sie mehr in der Chronik 2014

 



Aktuelle Informationen zu unserer Arbeit im vergangenen Jahr entnehmen Sie bitte unserer Jahreschronik 2013.

ROTUNDE - Blog der Akademie

Auch im Bereich unseres neuen Blogs sind Sie herzlich eingeladen, das Geschehen an der Akademie aktiv mitzuverfolgen.

Wir freuen uns auf Beiträge, Kommentare und interessierte Fans!

Zu dem Blog gelangen Sie hier.

Bildergalerien:



Kammerkonzerte mit dem BR

In der kommenden Saison 2013/2014 werden im Musiksaal von Schloss Tutzing wieder die Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Kammermusik zu erleben sein. Die Konzerte finden jeweils sonntags um 18.00 Uhr statt.

Nähere Einzelheiten erfahren Sie hier



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Videos und Audios

Vorschau:

BEKENNENDE KIRCHE UND UNRECHTSSTAAT
25. - 27. April 2014

80 Jahre nach der Ulmer Erklärung und der bekannteren Barmer Theologischen Erklärung fragen wir nach den politischen Folgen kirchlicher Opposition oder Anpassung. Besonders im Blick ist die bayerische Landeskirche. Welche Wirkung hatte die Bekennende Kirche in der Diktatur, wie sehen wir sie heute?



GRAUZONEN? STREET ART & GRAFFITI
2. - 4. Mai 2014

Street Art und Graffiti – Begriffe zwischen Kunst und Kommerz, Vandalismus und Aktivismus, Lifestyle, Marketing und öffentlicher Protestkultur. Ein Streifzug von den ersten Höhlenzeichnungen über die politischen, juristischen und ästhetischen Dimensionen hin zur Praxis mit Sprühdose, Paste-Up und Schablone.



MUSS KIRCHE ÄSTHETISCH SEIN?
In Kooperation mit der Katholischen Akademie in Bayern
9. - 10. Mai 2014

Kunst und Fragen der Ästhetik sind für die evangelische und die katholische Kirche in gleicherweise wichtig. Allerdings: auf unterschiedliche Weise. Denn liturgische Traditionen sind da maßgebend, die Wertschätzung von Bild oder Musik als auch das Verständnis sakraler Räume. Welches künstlerische Erbe wollen die beiden christlichen Kirchen auf welche Weise fortführen?




Neben den Kammerkonzerten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks finden in der Evangelischen Akademie Tutzing auch Konzerte der Tutzinger Brahmstage sowie der Musikfreunde Tutzing e.V. statt.