Freitag 31. Oktober 2014

Aktuelles

Akademiedirektor Udo Hahn, die Laudatorinnen Hilal Sezgin und Bundesministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, sowie Bundespräsident a.D. Christian Wulff, Dr. Constanze Kurz, Ministerpräsident a.D. Dr. Günter Beckstein und Sabine Rüdiger-Hahn (v.l.).


Der frühere Bundespräsident Christian Wulff wurde am Donnerstag, den 30.10.2014, mit dem undotierten „Toleranz-Preis“ der Evangelischen Akademie Tutzing ausgezeichnet.

Der bereits zum zweiten Mal vergebene Preis in der Kategorie „Zivilcourage“ ging an Constanze Kurz, Sprecherin vom Chaos Computer Club und „FAZ“-Kolumnistin, als „unbequeme Mahnerin“ auf dem Gebiet des Datenschutzes.

Die Begrüßungsworte von Akademiedirektor Udo Hahn erhalten Sie -> hier.
Die Laudatio von Bundesministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erhalten Sie -> hier.
Die Laudatio der Schriftstellerin Hilal Sezgin erhalten Sie -> hier.
Die Dankesrede von Bundespräsident a.D. Christian Wulff erhalten Sie -> hier.
Einen Beitrag von bayern2-Radio erhalten Sie -> hier.
Einen weiteren Hörfunkbeitrag von B5-aktuell erhalten Sie -> hier.
Einen Fernsehbeitrag der BR-Nachrichten erhalten Sie -> hier.

Altbundespräsident Wulff rief zu mehr Toleranz auf: "Ich wünsche mir ein Miteinander der Religionen. Parallelgesellschaften zu verhindern, geht am besten durch Hinwendung." Das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft könne nur gelingen, wenn Menschen bereit seien, sich offen auf die Sicht des Anderen einzulassen. Mehr als 14 Millionen Muslime leben derzeit in Europa; damit sei der Islam zur zweitgrößten Religionsgemeinschaft neben dem Christentum geworden.
Die Informatikerin Constanze Kurz sagte in ihrer Dankesrede, sie habe als Ost-Berlinerin miterlebt, wie übermäßig Geheimdienste sein können. Sie wolle sich weiter für eine digitale Zukunft einsetzen, in der die Menschenrechte geachtet werden. "Technik ist nicht gottgegeben. Deshalb sollten wir sie gestalten und müssen sie auch gestalten."
Die türkischstämmige Publizistin Hilal Sezgin (li.) hob in ihrer Laudatio auf den Preisträger hervor, dass Wulff sich schon als Ministerpräsident von Niedersachsen gegen Islamfeindlichkeit eingesetzt habe. Die Integration von Muslimen sei wichtig. Wer glaubt, man könne Gott mit Krieg und Feuer dienen, der missverstehe den Islam. Und die frühere Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (2.v.l.) würdigte die Arbeit von Constanze Kurz mit den Worten: "Sie hat sich um die Demokratie verdient gemacht. Denn Information, Aufklärung und Transparenz sind wichtige Beiträge für Teilhabe an demokratischen Meinungsbildungsprozessen."
Die beiden Preisträger bedankten sich für die Auszeichnung und betonten, dass das Zusammenleben in Frieden, Freiheit und Demokratie nur unter dem Blickwinkel der Toleranz gelingen kann. "Nur wer tolerant ist, kann mit Berechtigung von anderen Toleranz erwarten."


Heute Abend um 19.00 Uhr wird Bundespräsident a.D. Christian Wulff den Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing erhalten. Im Vorfeld führte Wulff ein Interview mit BR-Redakteur Martin Voglmaier. Darin stellte der christdemokratische Politiker noch einmal fest, dass in der Bundesrepublik Deutschland Staat und Religion voneinander getrennt seien und niemand wegen seiner Hautfarbe, Herkunft oder Religion benachteiligt werden dürfe. Des weiteren erklärte der frühere Bundespräsident, dass er mit seiner Aussage „der Islam gehört inzwischen zu Deutschland“ ein Zeichen an die 3 bis 4 Millionen in Deutschland lebenden Muslime habe setzen wollen, dass sie hier willkommen seien.

Die Verleihung des Toleranzpreises an ihn sieht Wulff „als große Verpflichtung, dafür zu streiten, dass es einen klugen Mittelweg gibt zwischen den verschiedenen Kulturen und ein Krieg im Sinne eines Aufeinanderprallens der Kulturen vermieden werden kann.“

Das Interview können Sie -> hier in der Rundschau vom 30.10.2014 noch einmal anschauen.


mit Dr. Konstanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs in der Evangelischen Akademie Tutzing am 31. Oktober 2014, 9.30 bis 11.00 Uhr

Die digitale Welt - ein Lebensraum. Sich darin sicher zu bewegen, ist nich so einfach. Der Schutz der eigenen Daten im Netz, das Recht am eigenen Bild, Datenmissbrauch, Datenhandel - die digitale Welt eröffnet viele Chancen, sie birgt aber auch Risiken. Unter dem Titel "Meine Daten gehören mir!?" lädt die Evangelische Akademie Tutzing junge Menschen zwischen 13 und 33 zu einem Workshop ein - mit der Informatikerin und Sachbuchautorin Dr. Constanze Kurz. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen begrenzt. Anmeldung bitte per E-mail an Isabell Holzmann: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailholzmann@ev-akademie-tutzing.de

Am Abend zuvor wird Constanze Kurz mit dem Toleranz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing in der Kategorie "Zivilcourage" ausgezeichnet. Die ehrenamtliche Sprecherin des Chaos Computer Clubs und FAZ-Kolumnistin wird für ihr vorbildliches Engagement als unbequeme Mahnerin auf dem Gebiet des Datenschutzes und der Datensicherheit geehrt. Die Akademie würdigt ihre wissenschaftlichen und journalistischen Arbeiten, mit denen sie ethische und rechtliche Maßstäbe aufzeigt, wie Politik, Gesellschaft und jeder Einzelne verantwortlich auf die Herausforderungen reagieren muss, die sich durch den Umgang mit Daten und Informationen ergeben. 


 

Teilnehmende des Podiums

Ein Rückblick von Thomas Lochte.

Es war eine "Welturaufführung", wie Wolfram Winter, Executive Vice President Communications & Public Affairs von Sky Deutschland, einleitend feststellte. Die Idee, in der Reihe "Alpenblicke" gemeinsam Gespräche zu Medien, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu veranstalten, fand auch Udo Hahn gut, der als Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing in seinem Grußwort sagte: "TV-Sender und Bildungseinrichtung - das passt zusammen!"

Hans Werner Kilz, dem Moderator der Auftaktveranstaltung in der Münchner Sky Deutschland-Zentrale, und seinen prominenten Gästen wurde gleich mal eine ziemlich weit ausladende Themenanfrage abverlangt: "Profisport - Gesellschaftliches Bindemittel oder eigendynamische Parallelwelt?" Leitet Herunterladen der Datei einMehr...


 

Unter dem Titel „Alpenblicke“ – Gespräche zu Medien, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – hat Sky Deutschland, der führende Pay-TV-Anbieter in Deutschland und Österreich, ein neues Veranstaltungsformat ins Leben gerufen.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Tutzing lädt Sky jetzt zur Auseinandersetzung mit dem Thema: „Profisport – Gesellschaftliches Bindemittel oder eigendynamische Parallelwelt?“ ein.

Termin: Mittwoch, den 15. Oktober, um 18:30 Uhr.

Nach der Begrüßung durch Wolfram Winter, Executive Vice President Communications & Public Affairs, Sky Deutschland, und Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, diskutieren unter der Moderation des Beraters und Autors im Investigativ-Ressort der ZEIT, Hans Werner Kilz, die Panelisten:

- Norbert Haug, Motorsportchef Mercedes Benz (1990-2013), seither Motorsport-Experte der ARD und Berater
- Erwin Huber, Bayerischer Staatsminister a.D., MdL
- Carsten Schmidt, Chief Offi cer Sports, Advertising Sales & Internet, Sky Deutschland
- Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung, Borussia Dortmund

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bietet SKY die Möglichkeit, an Führungen durch das Sky Sport News HD Studio und an Sky Lab Sessions teilzunehmen. Adresse: Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG, Medienallee 26, 85774 Unterföhring. Bitte richten Sie Ihre Zu- oder Absage an Frau Isabelle Holzmann: holzmann@ev-akademie-tutzing.de

 


   

Heute, am 10. Oktober 2014, jährt sich zum 40. Mal der Todestag von Marie Luise Kaschnitz. Kristina Maidt-Zinke, Literaturkritikerin und Mitglied in der Jury des Kaschnitz-Preises der Evangelischen Akademie Tutzing, spürt der Aktualität ihres Werkes nach:

„Marie Luise Kaschnitz“, hieß es in einer Besprechung der Frankfurter Ausstellung zum 100. Geburtstag der Dichterin, „kommt heute aus weiter Ferne zu uns.“ Das war vor dreizehn Jahren, und nach menschlichem Ermessen müsste die Ferne sich jetzt, da ihr 40. Todestag zu begehen ist, noch vergrößert haben. Aber vielleicht ist das Gegenteil der Fall. Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends hat vieles sich so radikal gewandelt, dass manche Umwälzungen des vorausgegangenen Jahrhunderts dagegen blass aussehen. Und es mag sein, dass wir vor diesem Hintergrund einige Dinge, die wir längst eingeordnet zu haben glaubten, anders sehen und neu bewerten können – so auch den Abstand zwischen uns und Marie Luise Kaschnitz.

Den vollständigen Artikel finden Sie auf unserem Öffnet externen Link in neuem FensterBlog.


Lutz Seiler, dem die Evangelische Akademie Tutzing vor rund zwei Wochen den Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk zugesprochen hat, erhält den Deutschen Buchpreis 2014 für sein Romandebüt "Kruso".

Wir freuen uns sehr mit Lutz Seiler und gratulieren herzlich!

In der Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises heißt es:

"Lutz Seiler beschreibt in einer lyrischen, sinnlichen, ins Magische spielenden Sprache den Sommer des Jahres 1989 auf der Insel Hiddensee - einem "Vorhof des Verschwindens". Hier sammelten sich Sonderlinge, Querdenker, Freihheitssucher, Menschen, die aus der DDR fliehen wollten. Man darf die packenden Robinsonade um den titelgebenden Kruso und den jungen Abwäscher Edgar als wortgewaltige Geschichte eines persönlichen und historischen Schiffbruchs lesen - und als Entwicklungsroman eines Dichters. Der Text entwickelt eine ganz eigene Dringlichkeit und ist nicht zuletzt ein Requiem für die Ostseeflüchtlinge, die bei ihrer Flucht ums Leben kamen. Lutz Seilers erster Roman überzeugt durch seine vollkommen eigenständige poetische Sprache, seine sinnliche Intensität und seine Welthaltigkeit."

Mehr dazu können Sie auf der Seite des Öffnet externen Link in neuem FensterDeutschen Buchpreises nachlesen.

Mehr zum Marie Luise Kaschnitz-Preis und der Tagung, die die Evangelische Akademie Tutzing vom 17.-19. April 2015 rund um das Werk des Preisträgers gestaltet, erfahren Sie Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.


Hintere Reihe (v.r.): Dr. Maya Götz (IZI, Jury-Mitglied), Silke Penno (ZDF Redaktion pur+), Erik Mayer (Moderator pur+), Bernd Merz (Vorsitzender der Jury ‚Kinderprogramme‘ des Robert-Geisendörfer-Preises), Udo Hahn (Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing); vordere Reihe (v.r.): Tim Engelmann, Redakteur ZDF pur+ (Preisträger), Matthias Eder (Autor und Regie, Preisträger), Theo Garthe (Protagonist).


Die evangelische Kirche hat insgesamt sieben Radio- und TV-Produktionen mit dem Robert-Geisendörfer-Preis ausgezeichnet. Mit dem Medienpreis wolle die Kirche „auf Sendungen aufmerksam machen, die die Gesellschaft zusammenführen“, erklärte Ulrich Fischer, früherer badischer Landesbischof und Vorsitzender der Jury „Allgemeine Programme“, bei der Preisverleihung im Bayerischen Rundfunk (BR) in München.

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm nannte den Geisendörfer-Preis „heute wichtiger denn je“. In der stark unterhaltungsgeprägten Medienlandschaft seien Sendungen besonders wichtig, die Themen ansprechen, die sonst nicht zum Zuge kämen. Daher verdienten es ihre Macher, besonders gewürdigt zu werden. Es sei für die ganze Gesellschaft wichtig, Menschen und Ereignisse in den Fokus zu rücken, „die sonst vielleicht übersehen würden“.

Die Kinderfernsehpreise gingen an die Kinderkanal-Produktion „Theo lässt sich nicht aufhalten“ von Matthias Eder und an die ZDF-Produktion „Hilfe, ich bin ein Vorurteil“. Beim Thema Kinderfernsehen gehe es nicht um Quote, sondern um Qualität, erklärte Pfarrer Bernd Merz, Vorsitzender der Jury „Kinderprogramme“. Es gehe um „kleine Menschen, die erst dabei sind, sich zu großen Menschen zu entwickeln.“ Der Kinderfernsehpreis wird von der „Wolfgang und Gerda Mann Stiftung – Medien für Kinder“ und seit 2013 auch von der Evangelischen Akademie Tutzing gestiftet. Akademiedirektor Udo Hahn ist seit 2006 Mitglied der Jury. Ursprünglich gehörte die Evangelische Akademie Tutzing neben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der Konföderation Evangelischer Kirche in Niedersachsen, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) zu den Trägern, die diesen nach dem bayerischen Pfarrer und Medien-Pionier Robert Geisendörfer benannten Preis ins Leben riefen. Die Akademie war 2004 jedoch aus der Trägerschaft ausgestiegen.

Die Hauptauszeichnungen gingen an den Fernsehfilm „Nichts mehr wie vorher“ (Sat.1) und die TV-Sendung „In Deutschland um die Welt. Israel in Berlin“ (EinsPlus/SWR) mit Pierre M. Krause sowie an die beiden Radio-Features „Das Hacker-Syndrom“ (WDR) und „Fremde Mutter, fremdes Kind. Zwangsadoptionen in der DDR“ (MDR). Die Preise sind mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Die Geschichtsdoku „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs" (NDR, SWR, ARTE, WDR, ORF) bekam den undotierten Sonderpreis der Jury. Paul Nolte, Professor für Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin, hob in seiner Laudatio hervor, dass der Erste Weltkrieg und besonders die Menschen mit ihren damaligen Erfahrungen lange im Schatten des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust gestanden hätten. Den Machern der Dokumentation sei es gelungen, diesen Menschen „eine Stimme und ein Gesicht“ zu geben. Durch die Verbindung von Tagebuchtexten und Spielszenen bringe das Projekt Erinnerungen an diese Zeit zurück.

BR-Hörfunkdirektor Martin Wagner bezeichnete die Preisverleihung als gute Gelegenheit, um über den Journalismus nachzudenken. In Zeiten des rasanten Medienwandels bestehe die Gefahr, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Die Leitsätze des kirchlichen Medienpioniers Robert Geisendörfer – „Etwas öffentlich machen, Fürsprache üben, Barmherzigkeit vermitteln und Stimme leihen für die Sprachlosen“ – könnten für alle Journalisten gelten. Daher sei es ermutigend, dass die Preisträger zeigen, dass sich diese Leitsätze „in packenden, unterhaltsamen, guten Journalismus“ umsetzen lassen.

Mit dem Preis zeichnet die evangelische Kirche Hörfunk- und Fernsehsendungen aus, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Die Auszeichnung wird seit 1983 jährlich im Gedenken an den christlichen Publizisten und bayerischen Pfarrer Robert Geisendörfer (1910-1976) verliehen.


Akademiedirektor Udo Hahn und Frau Dr. Min-Mi Hackelsberger-Liang vor der Gendenktafel an Dr. Dr. Albert Hackelsberger, dem 1935 Schloss Tutzing gehörte.

Es sei ein bewegender Augenblick gewesen, als Prof. Dr. Christoph Hackelsberger am 21. Juli 1989 zusammen mit dem damaligen Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, Dr. Claus-Jürgen Roepke, die von dem Bildhauer Prof. Fritz Koenig geschaffene Gedenktafel am Schloss enthüllten. Dr. Min-Mi Hackelsberger-Liang erinnert sich noch genau. Seither kommt sie alljährlich am 25. September in die Akademie, bis 2012 mit ihrem Mann Christoph, der im Frühjahr 2013 verstarb.

Das Gedenken gilt ihrem Schwiegervater, dem Industriellen Dr. Dr. Albert Hackelsberger, verheiratet mit Helene von Eyck, Mitinhaberin der Firma, die die weltbekannten Weck-Gläser herstellt. Er hatte 1935 Schloss Tutzing gekauft - als Wohnsitz für sich und seine Familie. Der Zentrumspolitiker geriet jedoch bald ins Visier der Gestapo. Am 20. September 1938 wurde er morgens verhaftet, als er mit seinem Wagen durch das äußere Schlosstor fuhr. Der Vorwurf: Devisenvergehen. Zum Prozess kam es nicht mehr. Hackelsberger starb in Gestapo-Haft - am 25. September 1940.

Diesmal, 25 Jahre nach der Enthüllung der Tafel, verabredete sich Dr. Min-Mi Hackelsberger-Liang mit Akademiedirektor Udo Hahn zum gemeinsamen Gedenken. Dabei würdigte Hahn die bleibende Verbundenheit der Familie Hackelsberger mit Schloss Tutzing.


Die Rente ist kein Gnadenbrot, erklärt VdK-Präsidentin Ulrike Mascher

Newsletter-Gastkolumne von VdK-Präsidentin Ulrike Mascher 

Viele Mitbürger wird es hart treffen. Die Rente reicht im Alter nicht. Schlimmer noch: Die Rente befindet sich im Sinkflug und wird 2040 bei durchschnittlich 988 Euro monatlich liegen. Das bedeutet: Viele Rentner werden nur noch Leistungen auf Sozialhilfeniveau bekommen.

In ihrem Gastbeitrag für den am 26. September 2014 erscheinenden Newsletter der Evangelischen Akademie Tutzing erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, welche Weichen jetzt gestellt werden müssen, um die Altersarmut abzufedern.

Ausgehend von der Beobachtung, dass Jahr für Jahr die Zahlen der Grundsicherungsbezieher unter den Rentnern steigen und immer mehr von ihnen „aufs Amt gehen“ müssen, weil die Rente nicht zum Leben reicht, warnt die VdK-Präsidentin vor einem Anstieg der „Ausgaben für Grundsicherungsleistungen im Alter und bei Erwerbsminderung von heute 5,5 Milliarden Euro auf voraussichtlich 7,1 Milliarden Euro im Jahr 2018.“

Insbesondere Frauen seien von der Altersarmut bedroht, da eine kleine Witwenrente eben nicht ausreiche, „um über die Runden zu kommen“, so Mascher. Doch auch den männlichen Rentnern ginge es auf keinen Fall besser. „Wachdienst in Nachtschicht, Regale auffüllen im Supermarkt, Zeitungen austragen im Morgengrauen, Putzen von Bürogebäuden“ seien die typischen Tätigkeiten, die wenig Prestige, wenig soziale Kontakte und wenig Geld versprechen, erklärt die VdK-Präsidentin.

Was ist zu tun? Ulrike Mascher benennt ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Zunächst müsse das Thema Altersarmut im öffentlichen und politischen Bewusstsein gehalten werden. Dann müsse die Angleichung der Mütterrenten betrieben werden, „weil für nach 1992 geborene Kinder drei, für vor 1992 geborene Kinder aber nur zwei Jahre für Kindererziehung auf die Rente angerechnet werden.“ Ferner dürfe das Rentenniveau nicht permanent weiter abgesenkt werden. Löhne und Renten müssten parallel steigen. Rentendämpfungsfaktoren müssten abgeschafft werden. Desweiteren drängt die VdK-Präsidentin darauf, auch in der Arbeitsmarktpolitik die Stellschrauben zu verändern: „Minijobs, Teilzeit oder Leiharbeit sind … Gift für die eigene Altersvorsorge. Nur ein gutes und stabiles Arbeitseinkommen garantiert … eine auskömmliche Rente“, so Mascher.

Resümierend beklagt Mascher: „Immer mehr Rentnerinnen und Rentner haben das Gefühl, dass sie behandelt werden, als würden sie aus lauter Gnade eine Rente bekommen und dass ihre Lebensleistung im Alter nichts mehr wert ist.“ Deshalb fordert der VdK, dass in Rentendingen „die Politik das Vertrauen der Menschen nicht noch weiter verspielen“ darf.


Fotoshooting: Schülerinnen und Schüler auf der Seeterrasse der Akademie.

9. Tutzinger Schülerakademie    

Die Welt ist grün, der Himmel blau, die Sonne scheint, alles ist schön. Ist es das? Bleibt es so? Was muss sich ändern? Was müssen und können wir tun, damit es so bleibt?

Auf diese Fragen sucht die Tutzinger Schülerakademie, die bereits zum neunten Mal in der Evangelischen Akademie Tutzing tagt, zukunftsweisende Antworten.

Für den 6. und 7. Oktober 2014 haben die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe des Tutzinger Gymnasiums fünf thematische Schwerpunkte für ihre Gäste vorbereitet: Nachhaltigkeit und Politik, Menschenrechtsverletzungen und ihr Schutz, Elektromobilität und das Ende der fossilen Brennstoffe, Wasser und Energiegewinnung sowie Papierverbrauch im digitalen Zeitalter – eine Chance für die Bäume?

Zusammen mit Experten aus dem Klima- und Umweltschutz, der Fahrzeugentwicklung, der Land- und Fischereiwirtschaft sowie dem Journalismus wollen die Jugendlichen nach neuen und unkonventionellen Lösungswegen suchen. Ihr Motto lautet: Wir denken nach. Wir denken vor. Wir denken um die Ecke.

Wir laden alle an diesen Fragen interessierten Schülerinnen und Schüler herzlich ein, mitzudenken. Das vollständige Programm gibt’s hier

Anmeldung über: Cornelia Spehr, Tel.: 08158 / 251-125; E-Mail: spehr@ev-akademie-tutzing.de

 


 

Lutz Seiler erhält den Marie Luise Kaschnitz-Literaturpreis

Die Evangelische Akademie Tutzing ehrt den Dichter und Schriftsteller Lutz Seiler mit dem Marie Luise Kaschnitz-Literaturpreis. In der Begründung der Jury heißt es: „Lutz Seilers Gedichte, Essays und Erzählungen sind bestechende poetische Erkundungen ostdeutscher Industrielandschaften, in denen Geigerzähler, Vergasernadeln oder süßliche Gase magische Qualitäten gewinnen. In seinem Roman „Kruso“ steigert sich Seilers Vergangenheitsrecherche zu einer mitreißenden Abenteuergeschichte über die untergehende DDR. Das Abwaschbecken einer Gastwirtschaft wird zum Hort der Freiheit. Ein atemberaubender Weltentwurf, eine moderne Legende und ein Sprachereignis. Lutz Seiler erhält den Preis für sein Gesamtwerk.“

Mitglieder der Jury sind: Dr. Maike Albath (Literaturkritikerin), Kristina Maidt-Zinke (Literaturkritikerin, Süddeutsche Zeitung), Prof. Dr. Gunther Nickel (Literaturwissenschaftler), Dr. Hajo Steinert (Literaturkritiker, Abteilungsleiter „Kulturelles Wort“, Deutschlandfunk) und Judith Stumptner (Studienleiterin, Evangelische Akademie Tutzing).

Die Verleihung des mit 7.500 Euro dotierten Preises findet am 19. April 2015 in der Evangelischen Akademie Tutzing statt. Sie ist Höhepunkt einer Wochenend-Tagung, die sich mit dem Werk des Preisträgers befasst. Tagung und Preisverleihung finden mit Unterstützung des Tutzinger Unternehmens eurobuch.com und der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg statt.

Der Marie Luise Kaschnitz-Preis wurde 1984 anlässlich des 10. Todestages der Schriftstellerin gegründet und wird seitdem regelmäßig verliehen, um Autorinnen und Autoren in ihrem Gedächtnis auszuzeichnen. Preisträger der vergangenen Jahre waren u.a. Thomas Lehr, Mirko Bonné, Pascal Mercier und Julia Franck. Lutz Seiler ist der 16. Preisträger.



Lesen Sie mehr in der Chronik 2014

 



Aktuelle Informationen zu unserer Arbeit im vergangenen Jahr entnehmen Sie bitte unserer Jahreschronik 2013.

ROTUNDE - Blog der Akademie

Auch im Bereich unseres neuen Blogs sind Sie herzlich eingeladen, das Geschehen an der Akademie aktiv mitzuverfolgen.

Wir freuen uns auf Beiträge, Kommentare und interessierte Fans!

Zu dem Blog gelangen Sie hier.

Bildergalerien:



Kammerkonzerte mit dem BR

In der kommenden Saison 2014/2015 werden im Musiksaal von Schloss Tutzing wieder die Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Kammermusik zu erleben sein. Die Konzerte finden jeweils sonntags um 18.00 Uhr statt.

Nähere Einzelheiten erfahren Sie hier



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Videos und Audios

Vorschau:

SCHUTZ DER NACHT
7. - 9. November 2014

Nachtleben pulsiert in den Städten, viele Tiere sind nacht- bzw. dämmerungsaktiv. Es geht zeitlich um die Hälfte des Naturschutzes, um Sternenparks, city night scapes, Beispiele guter Praxis, Lichtmasterpläne, technische Möglichkeiten, Bewusstseinsbildung zum Abbau der Lichtverschmutzung.

KANZELREDE - MIT DR. H.C. CHARLOTTE KNOBLOCH
9. November 2014

Kirche öffnet sich der Welt! Kanzelreden finden ihre Themen in jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit dem geistigen, politischen, sozialen und kulturellen Leben.



TUTZINGER SALON
12. November 2014

AUCH ANREDEN IST BERÜHREN: PAUL CELAN & ILANA SHMUELI

Die Schauspieler Helmut Vogel und Graziella Rossi geben Einblick in ein einzigartiges Dokument des Vertrauens und der Liebe, das noch einmal ein Anker der Hoffnung zu sein scheint, bevor der Dichter 1970 den Freitod wählt. Der Briefwechsel von Paul Celan und Ilana Shmueli.

Eine Produktion des sogar theater Zürich

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Neben den Kammerkonzerten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks finden in der Evangelischen Akademie Tutzing auch Konzerte der Tutzinger Brahmstage sowie der Musikfreunde Tutzing e.V. statt.