Montag 15. September 2014

Ausgabe 2002/03

Kampf der Kulturen - Kampf um Kultur

"Deutschland hat sich international als Integrationsland einen Namen gemacht", erklärte Bundesinnenminister Otto Schily auf der Frühjahrstagung des Politischen Clubs. Die in Deutschland geborenen Ausländer und die Zugewanderten forderte er auf, "interkulturelle Kompetenz" zu erwerben und sich im Dialog "auch grundsätzlich in Frage stellen zu lassen".

Frühjahrstagung des Politischen Clubs

Der Weg zu einer friedlichen Koexistenz der Kulturen ist noch weit. Für den Islam scheinen die Hürden unüberwindbar zu sein, interpretiert er doch den westlichen Lebensstil als einen materiell geprägten Individualismus ohne Wertebasis.
Welche politischen Weichen jetzt gestellt werden müssen, um in gegenseitigem Respekt gemeinsame Strategien für ein Miteinander der Kulturen entwickeln zu können, untersuchte der Politische Club in seiner Frühjahrstagung.
Bundesinnenminister Otto Schily hielt einen Grundsatzvortrag über "Universalität und Differenz", den wir in Auszügen wiedergeben:

Mehr lesen...


Wer instrumentalisiert wen?

Sexuelle Folter, Vergewaltigung, Verstümmelung und Verstoßung: Weltweit werden Frauen diskriminiert, deklassiert und gedemütigt. Die Missachtung der Menschenrechte von Frauen in vielen Staaten der Erde prangerte Bundesminister a.D. Heiner Geißler (CDU) an.

Religion und Politik im Wechselspiel

Auf dem Hintergrund der Terroranschläge vom 11. September 2001 stellt sich die alte Frage nach dem Verhältnis von Religion und Politik neu.
Ursprüngliche religiöse Traditionen im Islam, dem Judentum und dem Christentum, die ihren Gottesglauben als einen Weg zu mehr Frieden, Menschenwürde und Respekt zwischen den verschiedenen Völkern verstehen, werden von Glaubensfanatikern in Potenziale der Angst, der Unterdrückung und des Hasses verkehrt.
Auf einer Tagung der Katholischen Akademie in Bayern und der Evangelischen Akademie Tutzing sollte am Beispiel der Menschenrechte, dem Ruf nach individueller Religionsfreiheit und der Weiterentwicklung einer demokratischen Kultur beispielhaft aufgezeigt werden, dass Christen ihre Position heute profilierter einbringen müssen, wenn sie den Herausforderungen einer pluralen und multireligiösen Gesellschaft begegnen wollen.
Dem Vortrag von Bundesminister a.D. Heiner Geißler (CDU) sind die nachfolgenden Passagen entnommen:

Mehr lesen...


Nur Krisen, Kriege, Katastrohen?

Sonia Mikich, "Monitor"-Chefin des WDR und selbst lange Zeit Auslandskorrespondentin der ARD in Moskau und Paris, vermisst in der AuslandsberichterstattungHintergründiges, Nachhaltigkeit und kritische Reflexion. Die Beiträge der Korrespondenten rankten sich immer nur um: "Kriege, Krisen, Katastrophen und Krankheiten".
"Wir müssen uns der allgemeinen Entpolitisierung widersetzen", forderte Rupert Neudeck, Geschäftsführer von CAP ANAMUR, und wies damit auf die zunehmende Trivialisierung der TV-Auslandsberichterstattung hin.

Auslandsberichterstattung im deutschen Fernsehen

Was wissen die Deutschen von der Welt, auf welche Teile der Erde richtet sich das journalistische Interesse? Wird ausreichend über die politische und gesellschaftliche Situation eines Landes informiert? Oder erstreckt sich der TV-Journalismus vorzugs-weise auf die "vier Ks": Katastrophen, Kriege, Krisen und Krankheiten?
Die Wahrnehmung des Auslandes bleibt selektiv. Zunehmend gilt Schnelligkeit als besonders quotenfördernd. Für kritische Hintergrundinformationen bleibt da wenig Zeit.
Auf den Tutzinger Medientagen wurde die Auslandsberichterstattungkontrovers diskutiert. Sonia Mikich, "Monitor"-Chefin beim WDR, hielt den Eröffnungsvortrag:

Mehr lesen...


Medizin und Medien

Der Patient - ein mehr oder weniger gut informierter Dialogpartner des Arztes? "Es gibt keinen Zweifel, dass ein grundsätzlicher Wandel eingesetzt hat, weg vom paternalistischen und hin zum partnerschaftlichen System", konstatierte die Ärztin und Journalistin Marianne Koch.

Die Gesundheit des Menschen ist ein Thema, das die Medien in besonderer Weise interessiert. Die Boulevardpresse berichtet über "Erfolg versprechende neue Krebstherapien", "Bahnbrechende Ergebnisse in der Gentherapie" oder "Ärztepfusch" und andere "Skandale". Die Fernsehanstalten bieten in 14 verschiedenen Gesundheits- und Medizinsendungen "MedialeSprechstunden" und "Gesundheitsvorsorge"an. Und das Internet liefert dem Benutzer unsortiert und ungeprüft alle nur erdenklichen Informationen.
In einer gemeinsamen Tagung mit dem Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung untersuchte Studienleiter Christoph Meier das nicht immer problemfreie Wechselverhältnis von Medizin und Medien. Markus Schulte von Drach berichtete:

Mehr lesen...


KANZELREDEN

Michel Friedman betonte: "Zivilisation ist etwas sehr Anstrengendes. Ich strenge mich gerne an, und ich hoffe, die meisten Menschen in meinem Land mit mir."

Michel Friedman

 

Die Kanzelreden der Evangelischen Akademie Tutzing ? in der Regel werden sie von Laien gehalten ? sollen Bezug nehmen auf unser gegenwärtiges geistiges, politisches, soziales und kulturelles Klima im Land.
Und dieses Klima scheint momentan getrübt zu sein von einer Antisemitismusdebatte, die weit im Land um sich greift. Insbesondere der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, ist in diese Auseinandersetzung involviert. Am Sonntag, den 9. Juni 2002, ergriff er auf Einladung der Evangelischen Akademie Tutzing das Wort von der Kanzel in der Erlöserkirche München-Schwabing.

Mehr lesen...


Plädoyer für ein Ende der falschen Toleranz

Die Feministin und EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer vertrat mit Nachdruck die These: "Deutschland ist zur internationalen Drehscheibe des islamischen Fundamentalismus geworden. Unter dem Deckmantel einer falsch verstandenen Toleranz werden Gruppen geduldet, die weltweit Terror säen."

Frauen und der Fundamentalismus

Frauen, nicht nur mit Kopftuch und Mantelkleid bedeckt, sondern vollständig verhüllt. Mit einem Gitter vor den Augen, ohne Gesicht und Persönlichkeit. Frauen, die als Besitz behandelt werden. Die Bilder sind sattsam bekannt, sie blieben jedoch ohne bemerkenswerten Protest, ohne öffentlichen Aufschrei.
Wie sich die aktuelle Situation von Frauen in Afghanistan, Algerien und dem Iran darstellt, untersuchte Studienleiterin Karin Andert in ihrer Tagung "Frauen und der Fundamentalismus", in der sie die Stellung des Islam zu der Geschlechterfrage und seine Missachtung der Menschenrechte mit dem Publikum diskutierte.
Nachfolgend ein Bericht von Claudia Tieschky:

Mehr lesen...

ROTUNDE - Blog der Akademie

Auch im Bereich unseres neuen Blogs sind Sie herzlich eingeladen, das Geschehen an der Akademie aktiv mitzuverfolgen.

Wir freuen uns auf Beiträge, Kommentare und interessierte Fans!

Zu dem Blog gelangen Sie hier.

Bildergalerien:



Kammerkonzerte mit dem BR

In der kommenden Saison 2014/2015 werden im Musiksaal von Schloss Tutzing wieder die Solisten aus dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Kammermusik zu erleben sein. Die Konzerte finden jeweils sonntags um 18.00 Uhr statt.

Nähere Einzelheiten erfahren Sie hier



Facebook

Videos und Audios

Vorschau:

* RESILIENZ & VERWUNDBARKEIT - Nur für geladene Teilnehmer
18. - 19. September 2014

Ansätze zur Resilienz und Vulnerabilität werden bezüglich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutiert. Konkrete Anwendungen wie Klimawandel, Ressourcenprobleme,
Finanzmärkte und kritische Infrastrukturen dienen als Beispiele

RICARDA HUCH - EIN UNANGEPASSTES FRAUENLEBEN?
19. - 21. September 2014

In Ricarda Huchs Leben und Werk markieren sich die großen Umbrüche des 20. Jahrhunderts: vom Kaiserreich bis zum Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr ihres 150. Geburtstags laden wir zum intergenerationellen Gespräch ein.



MACHT - FIGUREN FORMEN FUNKTIONEN - Die Tagung ist ausgebucht
19. - 21. September 2014

„Macht ist böse an sich“? Macht ist notwendig, im Zusammenspiel von Idee, Wille,
Kraft, Wissen, Instrumenten und Tat das Leben zu gestalten. Oft pervertiert Macht
zur Gewalt. Was also ist Macht? Verliehen wozu? Und Ohnmacht?

Tagung in Kooperation und in der Akademie für politische Bildung Tutzing

 




Neben den Kammerkonzerten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks finden in der Evangelischen Akademie Tutzing auch Konzerte der Tutzinger Brahmstage sowie der Musikfreunde Tutzing e.V. statt.